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Living together - Combining diversity and freedom in 21st-century Europe [Report of the Group of Eminent Persons of the Council of Europe] PDF DOWNLOAD >>

DOCUMENTARIO DEDICATO DA AL-JAZEERA ALLA LEADER RADICALE EMMA BONINO

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>> Frankfurter Allgemeine Zeitung


ENERGIEBUNDEL

Michael Stebenow Mit halben Sachen hat sie nichts im Sinn. Emma Bonino vermittelt unverĂ€ndert hĂ€ufig den Eindruck, als wolle sie unverzĂŒglich die Ärmel aufkrempeln und anpacken. Es dĂŒrfte kaum eine Parlamentarierin geben, auf die das Attribut EnergiebĂŒndel besser zutreffen könnte. In ihrer Beharrlichkeit lĂ€ĂŸt sich die drahtige Blondine mit den großen BrillenglĂ€sern auch nicht dadurch entmutigen, daß Situationen ausweglos erscheinen. Deshalb nennt sie auch in ihrer jetzigen kniffligen Mission als Leiterin des EU-Stabes zur Beobachtung der am Sonntag stattfindenden Parlamentswahlen in Afghanistan MißstĂ€nde unverblĂŒmt beim Namen. Und gerade deshalb wird sie nicht mĂŒde beim Versuch, den mĂŒhsamen Weg zur politischen Stabilisierung und Demokratisierung des Landes zu bahnen. Die Wahlen seien ein Meilenstein bei der StĂ€rkung des Rechtsstaats und dem Aufbau einer pluralistischen Gesellschaft in Afghanistan, hat Frau Bonino bei ihrer Ankunft in Kabul Ende Juli gesagt. Schon in den siebziger Jahren stand die 1948 im nordwestitalienischen Piemont geborene Politikerin in ihrer Heimat an der Spitze der Bewegung zur Aufhebung des Abtreibungsverbots. Gemeinsam mit Marco Pannella bildet sie seit damals ein wortstarkes Gespann an der Spitze der italienischen Radikalen Partei. Ideologische Scheuklappen kennen beide nicht, sonst hĂ€tten sie nicht 1994 dem heutigen Regierungschef Silvio Berlusconi mit ihren Stimmen im Parlament zur Macht verholfen. Das hinderte Emma Bonino nicht daran, sieben Jahre spĂ€ter aus Protest gegen die Medienmacht - nicht zuletzt der Berlusconi zugerechneten Fernsehsender - einen mehrwöchigen Hungerstreik anzutreten, ohne dabei jedoch auf den Genuß von tĂ€glich 20 bis 30 Zigaretten zu verzichten. Es gibt viele Ämter, fĂŒr die sie genannt wurde - ob als StaatsprĂ€sidentin ihres Heimatlandes oder als Hohe FlĂŒchtlingskommissarin der Vereinten Nationen. Verhindert haben dies nicht nur andere, sondern auch eine Emma Bonino selbst, der politisches Konsensdenken stets fremd geblieben ist. In Deutschland wĂ€re Bonino vermutlich politisch irgendwo zwischen GrĂŒnen und Liberalen beheimatet. So kĂ€mpft sie gegen Kernkraft und fĂŒr Embryonenforschung. Auch in ihren knapp fĂŒnf Jahren als fĂŒr Verbraucherschutz, Fischerei und das EuropĂ€ische Amt fĂŒr humanitĂ€re Hilfe (Echo) zustĂ€ndige EU-Kommissarin zwischen 1995 und 1999 ließ sich Bonino politisch nicht immer leicht einordnen. Aus dem auch heute typischen Machtgerangel der Kommissare hielt sie sich heraus. DafĂŒr konzentrierte sie sich auf ihre ZustĂ€ndigkeitsfelder, nicht zuletzt auf die Folgen der zuerst in Großbritannien ausgebrochenen Rinderseuche BSE, vor allem aber auf die internationalen SchauplĂ€tze humanitĂ€rer Dramen: auf Zentralafrika, den Balkan, Kleinasien, aber auch Afghanistan. Als sie im September 1997 Kabul offiziell besuchte, hielten sie Taliban-Milizen fĂŒr mehrere Stunden fest. Die Nerven hat sie auch damals keinen Moment verloren. Auch acht Jahre spĂ€ter, nun als keineswegs verstummte Chefin der EU-Wahlbeobachter, dĂŒrfte das unverĂ€ndert gelten.





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